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GFA-Kongress 2011 im Schloss Gottorf

Unter der sehr engagierten Organisation von Michael Hermanussen fand im Schloss Gottorf die 9. Tagung der Gesellschaft für Anthropologie statt: Der angepasste Mensch "Biological and Cultural Markers of Environmental Pressure"

Die Tagung, in Kooperation mit dänischen und litauischen Kollegen, wurde von zahlreichen internationalen Wissenschaftlern besucht. Am 12. September begann sie mit einem kleinem Empfang und Begrüßungsworten von der Staatssekretärin des Wissenschaftsministerium und Prof. Carnap von Bornheim. Leckere Häppchen waren dafür von Beate Hermanussen und zahlreichen Helfern gezaubert worden.

Das wissenschaftliche Programm startete am Dienstagmorgen mit der Sitzung der APPA. Es gab in diesem Jahr erstmals keine Parallelsitzungen, so dass alle Vorträge gehört werden konnten. Die langen Mittagspausen luden (in Abhängigkeit vom norddeutschen Wetter) entweder zu einem Spaziergang oder einem Rundgang durch die archäologische Ausstellung im Museum ein. Am Dienstagabend gab es ein Orgelkonzert und anschließend einem Buffet in der Nydam Halle. Am Mittwoch trafen sich nachmittags die Arbeitsgruppen, bevor die Mitgliederversammlung unter beherzter Leitung von Christiane Scheffler startete. 

Ein neuer Vorstand wurde gewählt: (Amtszeit ab 1/2012)

1. Vorsitzender: Albert Zink, Bozen/München

1. stellvertretende Vorsitzende: Manuela Dittmar, Kiel.

2. Stellvertretender Vorsitzender: George McGlynn, München

Schriftführerin und Schatzmeisterin: Birgit Großkopf, Göttingen

In den Beirat gewählt wurden: Christiane Scheffler, Potsdam, Martin Trautmann, Tübingen, Eilin Jopp, Hamburg, Inge Schröder Kiel und Bettina Jungklaus, Berlin.

Zur Enttäuschung einiger Mitglieder war es nicht möglich an der Exkursion zum Nolde Museum teilzunehmen, da zur Abfahrtszeit die Versammlung noch im Gange war.

Am Donnerstag stellten die Bioarchäologie und Prävention Vortragsschwerpunkte dar, bevor abends das Kongressdiner in der Nydamhalle bei klassischer Musik angeboten wurde. Der letzte Tagungstag hatte unterschiedliche Themenschwerpunkte und endete mit der Preisverleihung für die Nachwuchsanthropologen.

Vorträge: Platz 1: Petra Held, Mainz, Platz 2: Andrej Suchomlinov, Vilnius, Platz 3: Nadine Carlichi, München

Poster: Platz 1: Ferdinand Neuberger, München, Platz 2: Amelie Alterauge, Freiburg, Platz 3: Stefanie Brinkmann, Potsdam

Die Tagungsatmosphäre wurde von allen als sehr angenehm empfunden, wozu die Räumlichkeiten im Schloss Gottorf in einem nicht unerheblichen Maße beigetragen haben.

Für den Vorstand

Birgit Großkopf

  

Tagungsort Schloss Gottorf

 

Der Vortragssaal

Jurorinnen Holle Greil und Ursula Wittwer-Backofen im Einsatz

Rede des Tagungsorganisators Michael Hermanussen während des Diners

alle Fotos: Franz Ehret

Einsatz in Jena

Große Teile von Skelettsammlungen des Mittel-Elbe-Saale Gebietes mussten aus konservatorischen Gründen dringend von der Wasserburg in Kapellendorf nach Weimar, bzw. das Magazin in Kromsdorf umgelagert werden. Die Gegebenheiten vor Ort ließen jedoch keine rettenden Maßnahmen zu, so dass sich von Seiten der Gesellschaft für Anthropologie Wulf Schievenhövel und George McGlynn zu ersten unterstützenden Gesprächen nach Weimar begaben.
Die große Menge an umzupackendem Skelettmaterial stellte für sich schon eine logistische Herausforderung dar. Erschwerend kam hinzu, dass auf dem Dachboden Generationen von Tauben genistet haben. Die Kartons waren somit trotz einer ersten Reinigungs- und Desinfektionsaktion zu großen Teilen in einem (im wahrsten Sinne des Wortes) „beschissenen“ Zustand, so dass die Arbeiten in Schutzkleidung durchgeführt werden mussten. Bei einem weiteren Treffen im Juni von George McGlynn und Birgit Großkopf mit Vertretern aus Jena und Weimar wurden die Planungen konkretisiert. Und jetzt kamen endlich die Dinge ins Rollen, um die sich Frau Kromeyer-Hauschild in den vergangenen Jahren vergeblich bemüht hatte. Letztendlich wurden, nachdem der Termin und die Truppe feststanden, die Kosten für Transport, Material und Unterkunftskosten der freiwilligen Helfer durch das Klinikum übernommen.
Auf den Aufruf meldeten sich erfreulich viele Studenten aus Göttingen und Jena, bzw. Weimar und eine aus Berlin, so dass es am 6. September frühmorgens losgehen konnte. Von da an galt es täglich Hunderte von neuen und alten Kartons zu transportieren („in Kette“, in Stapeln und teils einzeln), umzupacken und zu magazinieren. Die Stimmung war gut, es gab immer wieder interessante Dinge in den Kartons zu entdecken, neben ausgeprägten pathologischen Veränderungen riefen vor allem die mumifizierten Körperteile großes Interesse hervor.
Es ist so mancher Schweißtropfen in den Tagen geflossen (und das lag nicht nur an der wenig atmungsaktiven Schutzkleidung oder sogar an Fieber), sondern es war schon eine echte Lauf- und Schlepparbeit! Andererseits konnte man im Zelt auch ganz schön durchfrieren, wenn man den „Erfasserjob“ hatte. Je nach Serie mussten die unterschiedlichsten Dinge der Karton- und Knochenbeschriftungen akribisch erfasst werden. So kamen mehrere tausend Datensätze zusammen!
Der kulturelle Aspekt kam während des knapp zweiwöchigen Aufenthaltes in Jena auch nicht zu kurz. Ein Besuch von Weimar, das Erklimmen des Jentowers mit toller Aussicht auf Stadt und Umland, ein Stadtrundgang unter einheimischer Führung, sowie der Besuch des Planetariums standen auf dem Programm. Die Einladung in den Braugasthof Papiermühle und das Abschlussgrillen komplettierten das „Beiprogramm“ (und natürlich auch Besuche in der einen oder anderen gemütlichen Kneipe). Von Herrn Walter aus Weimar (Thüringisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie) gab es zum Dank für alle Helfer noch je zwei Fachbücher.

Ein riesiges Dankeschön von uns an die ganze tolle Truppe: Alex, Anna, Arlette, Friederike, Inga, Jörg, Katja, Lisa, Marlen, Michaela, Nina und Tina!!! Frau Birkenbeil und die beiden fleißigen Hauptakteure vor Ort: Konny und Lutz.

Birgit und George

"Grüne Männchen" bei der Arbeit...

.......und beim Verschnaufen:

 

 …. nach dem Kistenschleppen im Institut, es fehlt leider Lutz, der fotografiert hat.

Anstoßen auf die letzte „beschissene“ Kiste ….

… und Spalier für Lutz Finke und die aller-, allerletzte Kiste, die noch aus dem Pferdestall entsorgt werden musste.