AG Paläoanthropologie und Prähistorische Anthropologie

Sprecher:

Michael Francken M.A.
Universität Tübingen
Naturwissenschaftliche Archäologie/
Arbeitsbereich Paläoanthropologie
Rümelinstr. 23
D-72070 Tübingen
Telefon: +49 (0)7071 / 29 - 76514
e-mail: michael.francken@uni-tuebingen.de

 

Dr. Michaela Harbeck
Staatssammlung für Paläoanatomie und Anthropologie
Karolinenplatz 2a
80333 München
Telefon: +49 (0)89 / 5488438-13
e-mail: M.Harbeck@lrz.uni-muenchen.de

 

Zielsetzungen:

Die Arbeitsgemeinschaft für Paläoanthropologie und prähistorische Anthropologie (APPA) beschäftigt sich mit der Analyse vergangener Bevölkerungen in einem Zeitfenster vom Beginn der Hominidenevolution bis in subrezente Zeiten. Während die Paläoanthropologie die Makroevolution des Menschen betrachtet, steht in der prähistorischen Anthropologie die Mikroevolution des H. sapiens im Vordergrund. Zeitlich setzt die prähistorische Anthropologie somit im Jungpaläolithikum ein und endet in der Neuzeit. Das Ziel der prähistorischen Anthropologie ist es die grundsätzlichen Lebensbedingungen und Probleme des Menschen in der Geschichte darzustellen. Sie versteht sich als Bevölkerungsbiologie von Menschen. Zu den Fragestellungen der prähistorischen Anthropologie gehören damit nicht nur bevölkerungs-geschichtliche Aspekte, wie Migrationsstudien, sondern auch die demographische Rekonstruktion von Bevölkerungen, die Erschließung der Krankheitsbelastung einer Population und insbesondere die Mensch-Umwelt-Interaktion. Hier geht es darum, inwieweit Veränderungen der Umwelt auf die untersuchten Populationen differenzierend wirken, wie die jeweiligen Lebensbedingungen die biologische Natur des Menschen beeinflussen und wie Umweltveränderungen den Menschen prägen.

Forschungssubstrat der prähistorischen Anthropologie sind menschliche Skelettfunde. Sie stellen die einzige direkte Informationsquelle über die Lebensbedingungen unserer Vorfahren dar. Sie unterscheiden sich von archäologischen oder historischen Untersuchungsgegenständen darin, dass sie eben keine kulturabhängige Konstrukte sind. Das Methodenspektrum reicht von der Osteologie bis zur Analyse der mikrostrukturellen, molekularen und submolekularen Ebene. So lassen sich unter anderem Ernährungs-situation, Gesundheitszustand, Arbeitsbelastungen und mögliche Verwandtschafts-verhältnisse feststellen. Neben der Individualanalyse ist besonders die Populations-analyse von besonderem Interesse für die Anthropologie. Mit ihr lassen sich zum Beispiel die Bevölkerungsentwicklung und andere demographische Aspekte wie etwa Wanderungsbewegungen rekonstruieren.

Sowohl die Paläoanthropologie als auch die prähistorische Anthropologie steht aufgrund der Beschäftigung mit dem Kulturwesen Mensch in ständigem Austausch mit den Kulturwissenschaften, was interdisziplinäres Arbeit insbesondere mit Archäologie und Geschichtswissenschaften zu einem Grundpfeiler des Faches macht.

AG-Treffen:

Das nächste Treffen der APPA findet im Rahmen einer Konferenz zusammen mit dem Rachel-Carson-Center (http://www.carsoncenter.uni-muenchen.de/index.html) am 3.-4.März 2011 in München statt.

 

zur Einladung (deutsch & englisch)geht es hier:

http://www.gfanet.de/media/files/Einladung-1.pdf

http://www.gfanet.de/de/node/18